Distanz: 7 km (Lightning)
Hindernisse 25
Ort Bielstein im Oberbergischen Land, Deutschland
Startzeit 14:20 Uhr "Walkure", 30.09.2017
Mein erster Strong Viking!!!
Nachdem ich die letzten 3 Strongman Runs am Nürburgring absolviert hatte, möchte ich nun auch andere Läufe bestreiten. Ich entschied mich für den Strong Viking. Nach ersten Recherchen (vor allem dem Videos auf YouTube) entschied ich mich erst einmal für die Lighnting Distanz zum Ausprobieren.Meine Startzeit war 14:20 Uhr und ich war sehr früh da. Es hatte die ganze Nacht und auch schon den ganzen Tag geregnet, entsprechend war der Empfang auf dem Gelände. Kaum dort angekommen, hatte ich nasse und vor allem matschige Füße. Aber das sollte mich ja nicht stören, wo ich doch später eh im Schlamm landen würde.
Zuerst irrte ich auf dem Gelände herum, um das Registrationszelt zu finden. Aber die Strong Viking-Crew war super hilfsbereit und nach dem ersten Berganstieg hatte ich das Zelt gefunden und mein Fußbändchen abgeholt.
Ich hatte noch etwas Zeit und schaute mir die Hindernisse in fußläufiger Umgebung an. Da war das "Storm the Castle", die "Monkey Bars" und die "Varjagen Saga" 1 & 2, die allerdings in meiner Distanz nicht absolviert werden mussten. Auch konnte ich mir einen ersten Eindruck von der Beschaffenheit der Strecke machen, die eigentlich mit einem Wort zusammen zu fassen ist: MATSCH!!!
Nachdem ich meine Tasche abgegeben hatte und mich aufgewärmt hatte, ging es in den Startbereich. Es regnete weiterhin ohne nennenswerte Pausen, was aber weder uns Teilnehmer, noch die gesamte Crew des Strong Viking störte. Als ich den Startbereich vor der "Walhalla Wall" betrat, versuchte der Untergrund das erste Mal meine Schuhe zu klauen. Die "Aufwärmübungen" in Form von Springen, wurden zum Belastungstest der Schnürsenkel ;-).
Nach dem beim Strong Viking üblichen Schwur ging es los. Die "Walhalla Wall" war recht hoch und durch das Gedränge davor, kam eigentlich keiner ohne Hilfe drüber. Auch ich bekam Unterstützung von Links und Rechts und hiefte mich über die Wand. Das Laufen auf nassem Untergrund war für mich eine neue Erfahrung, da meine bisherigen OCR-Läufe immer bei gutem Wetter statt gefunden haben.
Das 3. Hindernis waren die "Dragon Ropes". Ich hatte große Erwartungen an mich, da ich im OCR-Training bei Bodycross die Woche zuvor tatsächlich mein erstes Seil bezwungen hatte. Jedoch hatte ich nicht mit der Beschaffenheit des Seils gerechnet: Nachdem schon 1000 Läufer vor mir da hoch geklettert waren, war das Seil entsprechend nass und glitschig. Und ich durfte feststellen, dass meine Griffkraft offensichtlich noch des Trainings bedarf, da es mir nicht möglich war, mich an dem Seil festzuhalten. Was bringt die beste Fußtechnik, wenn ich mich nicht hoch ziehen kann???
Den Misserfolg ignorierend lief ich weiter, erst eine Matschhügelpiste und dann einen Berg mit einer wahnsinnigen Steigung hoch. Der erste Part, wo ich einen kleinen Spaziergang einlegen musste ;-). Nach einer kleinen Stärkung am 1. von 2 Versorgungspunkten, kam die "Log Road", ein Feld mit Stämmen, über die man drüber klettern, springen oder sonst wie kommen musste.
Nach kurzer Laufeinlage kam "Throw the Hammer". Hier stellte ich ebenfalls einen gewissen Übungsbedarf meinerseits fest und nach 3 misslungenen Versuchen ging es in die Burpees Zone (Penalty jeweils 10 Burpees).
Als nächstes Hindernis kamen die "Balance Bars" die kein Problem darstellten. Ich musste nur auf den Matsch auf den Balken achten.
Der erste "Mud Crawl" eine kurze Laufstrecke später, war dann der erste Vollkontakt mit dem Matsch und dem Stacheldraht über mir. Weiter ging es durch den Wald. Die Strecke war teilweise so matschig, dass ich mich nicht traute zu laufen, da ich Angst hatte unkontrolliert weg zu rutschen. Vorbei an "Carry the Shield" über "Carry a Viking" (danke für den Support einer Mitläufering) zur "Viking Battle". Nach verlorenem Kampf auf schrägem Balken folgten weitere 10 Burpees.
Meinen ersten "Hammer Banger" meisterte ich auch und weiter ging es zu "Raise the Sail". Dort angekommen erklärte uns der Mann von der Strong-Viking-Crew, dass die Rollen aufgrund des Matsches nicht mehr so leichtgängig wären. Frauen dürften sich Unterstützung holen ;-). Ich also voller Elan an ein Seil, stellte mich direkt auf den Balken und versuchte die Kugel anzuheben. NICHTS! Sie wollte sich einfach nicht bewegen. Zwei Mädels, die sich die Sache noch anschauten, packten dann mit an und zu DRITT!! haben wir die Kugel dann besiegt.
Am "Viking Hill Climb" mussten drei aneinander gekettete Baumstämme über 100 m über den Boden gezogen werden. Danach gab es eine schöne Laufstrecke durch den Wald, wo ich sehr viele Fliegenpilze im Wald bewundern konnte.
Dann kamen die "Monkey Bars". Ebenfalls bei dem OCR-Training in der Woche zuvor geübt, war ich gespannt, was ich schaffen würde. Also ran die Stange. Das erste was ich registrierte, war der Matsch an den Stangen (meine Hände waren eher voll mit getrocknetem Matsch). Ich schaffte immerhin 5 Sproßen, bevor meine Hände abglitten und ich in die nächste Burpees-Penalty durfte.
Und dann kam das Hindernis, auf das ich mit am neugierigsten war: "Storm the Castle". In der Theorie ganz einfach: Man sprintet los, rennt die Wand hoch und kommt oben raus. Ich hatte im Vorfeld schon viele Läufer beobachtet, die im Sprint immer wieder zögerten und/ oder zu früh absprangen und somit wieder runter rutschten. Dabei stellte sich mir auch immer die Frage, ob das runter rutschen eigentlich weh tat. Als ich nun an "Storm the Castle" ankam, stellte sich die Situation so dar, dass oben keinerlei helfenden Hände waren. Wir waren mit drei Mädels dort angekommen und weit und breit waren keine weiteren Läufer zu sehen. Also ran an den Speck: Ich lief einfach los, versuchte so schnell zu laufen wie ich konnte, rannte die Wand hoch.... ich kam bis fast ganz oben! Aber es fehlten ca. 1,5m, vielleicht auch zwei, um oben rüber zu kommen. Also kam das Unvermeidliche: Ich rutschte wieder runter, was im Übrigen gar nicht weh tut. Ich versuchte mein Glück noch zwei weitere Male, aber immer mit dem gleichen Ergebnis :-(. Da weiterhin keine weiteren Läufer auftauchten, entschloss ich mich zu 10 Burpees und lief weiter ;-)
Dann kam "Crawl up", was eine Kriechstrecke bergauf darstellte. Ganz schön anstrengend, wenn der Stacheldraht über dir es dir nicht erlaubt, zu krabbel, rollen aber durch die Steigung bergauf nicht geht.
Nach einer kurzen schlammigen Laufstrecke durfte ich dann ein kleines Bad nehmen. Im "Water Cage" muss man unter einem Gitter langschwimmen, was sicher bei dem ein oder anderen Beklemmungen hervor rufen kann. Danach noch durch ein langes Krabbelfeld "Mud Mile" (das ich diesmal rollender Weise inklusive Drehwurm absolvierte), eine kleine Wand mit Seil hoch ("Langhus") und dann nochmal eine ordentliche Steigung hochlaufen. Bergrunter und zurück zu den "Walhalla Steps". Auf dem Weg dorthin fingen meine Waden an zu krampfen und ich lief etwas langsamer. An den "Walhalla Steps" bekam ich eine helfende Hand für die 1. Stufe. Auf der angekommen, musste ich erst einmal meine linke Wade von einem Krampf befreien. Die anderen beiden Stufen habe ich dann mit Hilfe des Gerüsts an der Seite gemeistert.
Alles in Allem war es ein super tolles Rennen. Ich hatte extrem viel Spaß, viel Matsch und durfte viele neue Erfahrungen sammeln. Die Strong-Viking Crew war trotz des dauerhaft nassen Wetters super freundlich und hilfsbereit auch an den einzelnen Hindernissen! Die Organisation war toll und die Duschen nicht eiskalt.
Ich werde definitiv nächstes Jahr mehr Strong Vikings laufen und auf jeden Fall auch die längeren Distanzen.
Danke!!!
